Rezension: There Was a Crooked Man… (1970)
Joseph L. Mankiewicz‘ Spätwestern „There Was a Crooked Man…“ ist ein herrlich zynisches und wortgewandtes Duell zwischen zwei Hollywood-Ikonen. Kirk Douglas spielt den charmanten, skrupellosen Räuber Paris Pitman Jr., der seinen Beuteanteil von 500.000 Dollar in einer Gefängniszelle versteckt weiß. Henry Fonda ist der aufrechte, reformwillige Sheriff Woodward, der ihn dorthin bringen und bessern will.
Die Stärke des Films ist die messerscharfe Dialogführung und die köstliche Charakterstudie dieser beiden Antagonisten, die in ihrer Gegensätzlichkeit – brutaler Pragmatismus versus naive Ideale – doch zutiefst verwandt sind. Der Film dekonstruiert mit bissigem Humor und überraschenden Wendungen den Mythos des Westens als Ort der Gerechtigkeit und stellt stattdessen die Allgegenwart von Korruption und Eigennutz heraus.
Fazit: Mehr psychologisches Kammerspiel und schwarze Komödie als actionreicher Western, lebt der Film von der bravourösen Chemie seiner Hauptdarsteller und Mankiewicz‘ intelligentem, sarkastischem Drehbuch. Ein unterhaltsamer und durchtriebener Genre-Gegenentwurf.
Hauptdarsteller: Kirk Douglas, Henry Fonda, Hume Cronyn
Regie: Joseph L. Mankiewicz
IMDb-Bewertung: 7,1/10