„Panik im Jahre Null“ (Original: „Panic in Year Zero!“) ist ein harter, ungeschönter Survival-Film, der zu den düstersten Werken des Genres der frühen 60er Jahre zählt. Regisseur und Hauptdarsteller Ray Milland zeigt darin keine heroische Science-Fiction, sondern einen schonungslosen Blick auf den moralischen Verfall in der unmittelbaren Nachkriegshölle.
Die Handlung ist brutal simpel: Während eines Campingausflugs erlebt die Familie Baldwin einen Atomangriff auf Los Angeles. Auf der Flucht vor der radioaktiven Wolke müssen sie nicht nur Vorräte und Schutz organisieren, sondern sich zunehmend gegen die entfesselte Gewalt anderer Überlebender zur Wehr setzen. Der Vater (Milland) verwandelt sich dabei vom fürsorglichen Familienoberhaupt in einen paranoiden Despoten, der bereit ist, jedes Mittel zum Schutz der Seinen anzuwenden.
Die Stärke des Films liegt in seiner düsteren, unmittelbaren Atmosphäre und seiner moralischen Ambivalenz. Er stellt unbequeme Fragen: Wie viel Menschlichkeit bleibt im Kampf ums nackte Überleben? Millands Inszenierung ist schnörkellos und effektiv, die schwarz-weißen Bilder unterstreichen die Hoffnungslosigkeit. Der Film wirkt wie ein klaustrophobischer Albtraum, der die kollektive Angst vor einem Atomkrieg der damaligen Zeit direkt in die Wohnzimmer transportierte.
Fazit: „Panik im Jahre Null“ ist ein schonungsloser und fesselnder Klassiker. Er verzichtet auf spektakuläre Zerstörungsszenen und konzentriert sich stattdessen auf den psychologischen Horror des Zusammenbruchs. Als eindringliches Zeitdokument des Kalten Krieges und als roher, früher Vertreter des Post-Apocalypse-Genres bleibt er bis heute beeindruckend und beklemmend relevant. Ein Muss für Fans düsterer Survival-Geschichten.