Rezension: Gesetz der Rache (2009)
„Gesetz der Rache“ (Original: „Law Abiding Citizen“) ist ein polierter, effizienter und bis zur letzten Konsequenz getriebener Thriller, der das populäre „Ein Mann gegen das System“-Motiv mit einer düsteren, moralisch ambivalenten Wendung versieht.
Gerard Butler spielt Clyde Shelton, dessen Frau und Tochter bei einem brutalen Einbruch ermordet werden. Als der Deal eines karriereorientierten Staatsanwalts (Jamie Foxx) dazu führt, dass einer der Mörder frei kommt, beginnt Clydes Rache – nicht nur an den Tätern, sondern am gesamten Justizapparat, den er für korrupt und gebrochen hält. Der Film entwickelt sich von einem emotionalen Rachedrama zu einem hochstilisierten Katz-und-Maus-Spiel, in dem der Inhaftierte zum gefährlichsten Gegner wird.
Die Stärke des Films liegt in seiner gnadenlosen Prämisse und der makellosen Inszenierung von Regisseur F. Gary Gray. Die Racheakte sind kreativ, brutal und werden mit thrillerhafter Präzision umgesetzt. Butler verkörpert den traumatisierten, doch unheimlich berechnenden Protagonisten mit einer ruhigen, bedrohlichen Intensität.
Doch genau hier liegt auch die Schwäche: Die intelligente, systemkritische Grundidee weicht im finalen Drittel zunehmend konventionellen Thriller-Klischees und einer etwas überzogenen Logik. Die moralische Komplexität wird zugunsten spektakulärer Wendungen und eines klar definierten Finales hintangestellt.
Fazit: „Gesetz der Rache“ ist ein hervorragend gemachter und bis zum letzten Akt fesselnder Genrefilm. Er bietet starke Schauspielleistungen, intelligente Actionszenen und eine fesselnde Grundfrage nach Gerechtigkeit. Wer einen gut konstruierten, hartgesottenen Thriller mit hohem Unterhaltungswert sucht, wird hier mehr als bedient. Für tiefgründige Gerechtigkeitsdebatten ist er jedoch zu sehr in Genre-Konventionen verhaftet. Packend, aber nicht tiefgründig.