Rezension: Die Abenteuer des Herrn Tau (1970-1978)
Die DEFA-Märchenfilmreihe „Die Abenteuer des Herrn Tau“ (1970-1978) ist ein zeitlos-charmantes Stück Kindheitskino, das die skurril-phantasievolle Welt des Autors Janosch liebevoll auf die Leinwand bringt. In sechs abgeschlossenen Filmen reist der freundliche, stets in Grau gekleidete Herr Tau (unvergesslich gespielt von Fred Delmare) mit seinem roten Auto durch ein Reich aus lebendigen Märchenbildern.
Die Stärke der Reihe liegt in ihrer warmherzigen, unprätentiösen Erzählweise. Herr Tau ist kein actionreicher Held, sondern ein besonnener Problemlöser, der mit Klugheit, Güte und etwas Zauberei Streit schlichtet, Traurige tröstet und Ordnung ins Chaos bringt. Die Mischung aus Realfilm und einfachen, aber ausdrucksstarken Trickfilm-Einlagen schafft eine einladende, traumähnliche Atmosphäre. Die Geschichten folgen einem beruhigenden Rhythmus und vermitteln ganz ohne erhobenen Zeigefinger Werte wie Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit und Freundschaft.
Die Produktion wirkt heute zwar technisch bescheiden, doch genau das verleiht ihr ihren authentischen Charme. Die praktischen Effekte, die bunten Kulissen und Delmares zurückgenommene, doch äußerst sympathische Darstellung sind voller Hingabe.
Fazit: Diese Reihe ist ein Schatz des deutschen Kinderfilms und eine gelungene Adaptation der Janosch-Ästhetik. Sie bietet sanfte Unterhaltung, die junge Zuschauer in eine fantasievolle Welt entführt, ohne sie zu überreizen. Für Erwachsene ist sie eine wunderbare Reise in die Nostalgie. Wer nach humorvollen, herzigen und pädagogisch wertvollen Filmen sucht, die Ruhe und gute Laune verbreiten, ist hier genau richtig. Einfach bezaubernd.