Rezension: The Horse’s Mouth (1958)
Ronald Neames „The Horse’s Mouth“ ist eine hinreißend schräge und tiefgründige Hommage an die kompromisslose Künstlerseele, getragen von einer Ikone der britischen Schauspielkunst. Alec Guinness, der auch das Drehbuch schrieb, verkörpert den genialischen, aber völlig heruntergekommenen Maler Gulley Jimson mit einer anarchischen Energie, die zwischen brillantem Visionär und unverbesserlichem Scharlatan pendelt.
Der Film folgt Jimson auf seinem chaotischen Kreuzzug, seine monumentale, letzte Vision auf jede verfügbare Wand – ob in einer leerstehenden Wohnung oder auf der Seite einer Yacht – zu malen. Dabei nimmt er Freund und Feind gleichermaßen in Kauf. Die Stärke liegt in der liebevoll-ironischen Inszenierung dieses Amoklaufs gegen die bürgerliche Ordnung und in Guinness‘ unvergesslicher Performance. Die satirischen Seitenhiebe auf die Kunstwelt sind zeitlos treffend.
Fazit: Mehr Charakterporträt als handlungsgetriebene Geschichte, ist der Film eine köstliche, bittersüße Feier des schöpferischen Wahnsinns. Für Fans von Guinness und intelligentem, eigenwilligem Humor ein absolutes Muss.
Hauptdarsteller: Alec Guinness, Kay Walsh, Renée Houston
Regie: Ronald Neame
IMDb-Bewertung: 7,2/10