Der lange Kalifornier

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Der lange Kalifornier

Special Delivery

Der US-Krimi „Special Delivery“ von 1976, nicht zu verwechseln mit gleichnamigen Filmen, ist ein kaum noch erinnerter Vertreter des Post-Watergate-Cinema. Mit seinem zynischen Blick auf Institutionen und einem unterschwelligen Gefühl der Paranoia fängt der Film perfekt das Misstrauen seiner Ära ein und verpackt es in eine temporeiche Bankraub-Geschichte.

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Bo Svenson spielt den Vietnam-Veteranen Jack, der aus Verzweiflung über seine gescheiterte Ehe einen Bankraub begeht. Als das erbeutete Geld jedoch auf unvorhergesehene Weise in den Besitz einer linksaktivistischen Künstlerkommune gerät, gerät Jack zwischen alle Fronten: Verfolgt vom FBI, korrupten Polizisten und einer mittlerweile militanten Gruppe, wird der einfache Coup zum tödlichen Albtraum. Die wahre Stärke des Films liegt in dieser geschickten Verstrickung von persönlichem Versagen mit gesellschaftlichen Konflikten.

Regisseur Paul Wendkos (bekannt für „Gidget“) überrascht hier mit einem düsteren, politisch aufgeladenen Thriller. Die Action ist roh und effektiv, die Charaktere allesamt getrieben und moralisch ambivalent. Besonders die Darstellung der Behörden – als sowohl inkompetent als auch skrupellos – ist bezeichnend für die Zeit. Cybill Shepherd in einer Nebenrolle liefert einen starken Auftritt als unabhängige, aber überforderte Galeristin.

Der Film ist kein klassischer Heldenfilm. Jack ist kein Genie, sondern ein Getriebener, dessen Plan von Beginn an zum Scheitern verurteilt ist. Dies macht die Spannung weniger spektakulär, aber umso beklemmender. Der urbane Schauplatz Los Angeles‘ wirkt dabei kalt und bedrohlich.

Fazit: „Special Delivery“ ist ein cleverer, zynischer und spannender Zeitgeist-Thriller. Er kombiniert die energiegeladene Action des 70er-Jahre-Kinos mit einer intelligenten, desillusionierten Gesellschaftskritik. Wer Filme wie „Die heiße Spur“ oder „Der Clou“ mag und ein Faible für die düstere Stimmung des amerikanischen Kinos der Siebziger hat, sollte diese unterbewertete Perle unbedingt ausgraben. Ein fesselndes Stück Filmgeschichte jenseits der großen Klassiker.


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