Rezension: Colditz (2005)
Die vierteilige britische TV-Produktion „Colditz“ von 2005 ist ein solides und spannend inszeniertes Kriegsgefangenendrama, das sich auf die menschlichen Abgründe und den unerschütterlichen Freiheitswillen innerhalb der berüchtigten „Festung“ konzentriert.
Im Mittelpunkt steht die ungewöhnliche Allianz zwischen dem britischen Offizier Jack Rose (Damian Lewis, charismatisch wie immer) und dem französischen Leutnant Nicolas (sehr überzeugend: Guillaume Canet). Ihre komplexe Beziehung – geprägt von anfänglichem Misstrauen, Wettbewerb und letztlich zwanghafter Zusammenarbeit – trägt die Serie weit mehr als die eigentlichen Fluchtpläne. Der Fokus liegt weniger auf actionreichem Spektakel, sondern auf der psychologischen Zermürbung, den Intrigen unter den Gefangenen und dem ständigen Katz-und-Maus-Spiel mit den Wachen, angeführt vom tragisch gezeichneten Kommandanten (Timothy West).
Die Produktionswerte sind für ein Fernsehformat hoch. Die düstere, klaustrophobische Atmosphäre des Lagers wird effektiv eingefangen, und die sorgfältig rekonstruierten Szenarien vermitteln ein authentisches Gefühl für die Zeit. Die Handlung bleibt dabei stets gut nachvollziehbar und fesselnd, auch wenn sie historisch vereinfacht und dramatisiert.
Fazit: Diese „Colditz“-Adaption mag nicht die epische Tiefe oder den ikonischen Status der Serie von 1972 erreichen, aber sie ist ein packend erzähltes und gut gespieltes Charakterdrama vor historischer Kulisse. Sie funktioniert hervorragend als zugänglicher und emotional involvierender Einblick in die Psychologie der Gefangenschaft und den zähen Willen zur Freiheit. Für Fans historischer Dramen und spannungsgeladener Serien ein absolut lohnenswerter Sichttermin.